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Neues Google Design und die Auswirkungen auf SEO und SEM

Bereits letzte Woche hat Google den Rollout des neuen Designs für 37 Länder angekündigt. Das neue Erscheinungsbild der Google Ergebnis-Seite haben wir hier im Blog schon vorgestellt (Artikel zum neuen Google Design).

Manche SEOs haben das neue Design schnell bemerkt und wie hier Stefan Fischerländer, einer der Referenten der Affiliate TactixX 2010, wie folgt kommentiert hat:

Das neue Google Design beschäftigt unsere Branche, denn es stellt sich schnell die Frage, welche Auswirkungen das neue Erscheinungsbild auf SEO und SEM (bzw. SEA) haben wird. Das explido Conversion Optimierungs-Team untersuchte das neue „Google-Outfit“ und das Ergebnis ist etwas überraschend!

Eyetracking vom BVDW 2008

Bevor wir aber auf die neuen Erkenntnisse eingehen, hier noch einmal die letzte Eye Tracking Studie des BVDW von 2008, die sich mit der Google SERP (Search Engine Result Page) beschäftigt hat. Abgebildet ist die Verteilung der Klicks auf der SERP:

(Zum Vergrößern bitte klicken)

Das neue Erscheinungsbild der Google Ergebnisseite

(Zum Vergrößern bitte klicken)

Zur Methodik

Suchbegriff: “Conversion Optimierung”

Screenshots vom: 06.05.2010 (vorher) – 07.05.2010 (nachher)

Tool: Eyequant von WhiteMatter Labs

Infos zu Eyequant:

“EyeQuants Vorhersagen werden durch ein neurowissenschaftliches Computermodell menschlicher Aufmerksamkeit möglich. Das Modell fasst dabei das Blickverhalten von über 300 Probanden auf insgesamt tausenden von grafischen Stimuli mit den neuesten Erkenntnissen neurowissenschaftlicher Aufmerksamkeitsforschung zusammen. Die aktuelle EyeQuant Technologie ist darauf spezialisiert, Webseiten, Landing Pages und Werbebanner innerhalb weniger Sekunden zuverlässig auf ihre Aufmerksamkeitswirkung zu analysieren.”

1. explido Wahrnehmungs Analyse


Wie deutlich zu erkennen ist, hat sich die Aufmerksamkeitsverteilung nicht großartig verändert. Einzig und allein die Google Anzeigen im rechten Bereich haben, so scheint es, ein wenig an Aufmerksamkeit verloren. Des weiteren hat sich die Verteilung der Auferksamkeit in die unteren Suchtreffer erweitert. Es scheint also, als würden (aus Aufmerskamkeits-Sicht) die unteren Treffer hiervon profitieren.

2. explido Heatmap Analyse


Es ist deutlich zu erkennen, dass die neuen Elemente nicht wirklich als „Störer“ empfunden werden. Die Aufmerksamkeit fokusiert auf den mitteleren Bereich (Suchbox, Adwords und organische Ergebnisse).

Die Suchbox, die nun die Adwords (oben) und die ersten organischen Treffer in der vertikalen verlängert, scheint die Aufmerskamkeit besser zu konzentrieren, regelrecht zu bündeln.

Bereits an diesem Punkt lässt sich sehr gut erkennen, was der Google Design (Conversion) Abteilung gelungen ist: nämlich eine einheitliche Ausrichtung der Suchergebnisse. Das bedeutet für Adwords und SEO Kunden: Sich noch stärker auf die ersten Positionen konzentrieren und die CTR zu beobachten. Unser SEO Team hat zum Thema Webmastertools und CTR bereits einen Beitrag veröffentlicht.

3. explido Hotspot Analyse


In der explido Hotspot Analyse zeigt sich deutlich, dass der Fokus auf der Suchbox und den ersten Treffern (inkl. Adwords) liegt. Die neuen Filterfunktionen haben an dieser Tatsache (wie von manchen befürchtet) nichts rütteln können.

Der Grund hierfür wurde bereits im Unterpunkt „explido Heatmap“ erläutert. Das bedeutet: Die Grenze zwischen Suchanfrage und dem ersten Suchergebnis ist nun fließend.

4. explido Regions of Interest

Ja, es gibt auch einen eindeutigen Verlierer: Der „Suche“ Button!

Wobei sich hier die Frage stellt, inwiefern die User dieses wichtige Navigationselement nicht inzwischen so intensiv genutzt haben, dass die neue Positionierung (weiter rechts) nicht zwangsläufig zu Verwirrungen führen muss. Bei einem Marktanteil von über 90% kann davon ausgegangen werden, dass die User dieses Element inzwischen verinnerlicht haben. Aber rein auf die Aufmerksamkeit bezogen, hat der Suche-Button verloren.

Wahrnehmungswerte von 7 wichtigen Bereichen:

Den Skeptikern in Social Networks bzw. Social Media Kanälen, dass die neuen Filterfunktionen im linken Seitenbereich die Aufmerksamkeit von den Adwords wie auch organischen Suchtreffern “abziehen” würden, kann nun gesagt werden:

Das Design / Conversion Team von Google hat hier ganze Arbeit geleistet.

Alle Bereiche haben an Aufmerksamkeit gewonnen.

(Ausnahme ist der Suche-Button)

Fazit

Wie sich im Detail die reelle CTR beim einzelnen Kunden verändern wird, bleibt wie immer im Einzelfall, sowohl im SEM bzw. SEA und auch SEO zu beobachten. Bei Fragen steht Ihnen unser explido Suchmaschinenmarketing, Suchmaschinenoptimierung wie auch Conversion und Analytics Team zur Verfügung.

Herzlichen Glückwunsch an das Google Team von

Dominik Johnson und Gabriel Beck


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38 Kommentare zu „Neues Google Design und die Auswirkungen auf SEO und SEM“
  • David sagt:

    Die erhöhte Aufmerksamkeit auf das Google-Logo kann ich mir sehr gut vorstellen: Der User möchte noch mal sicher gehen ob er nicht auf Bing gelandet ist ;-)

    Vielen Dank für diesen super Artikel!

  • Markus sagt:

    Ich denke, dass der optisch wesentlich präsentere Suchschlitz unten die Seite 2-Klicks verringern wird, d. h. wer mit den Top 10 nicht zufrieden ist, wird noch häufiger verfeinern (statt zu blättern). Aber auch Google wird bald weiter verfeinern: Heute ist mir schon eine UNAUFGEFORDERTE “Neueste Ergebnisse”-Einblendung mit Scrollbalken im mittleren Bereich “untergekommen” – man sieht z. B. den Tweet zu diesem Post (Screenshot auf unserer Startseite).

  • Alex sagt:

    Vor knapp einem Monat veröffentlichte Jakob Nielsen eine Studie über die Wahrnehmung der Inhalte in Abhängigkeit vom Abstand zum linken Bildschirmrand:
    http://www.useit.com/alertbox/horizontal-attention.html
    Google hat jetzt die Suchergebnisse etwas nach rechts verschoben, so dass die Daten ca. 170-180px vom linken Rand entfernt dargestellt werden. Damit wird diesen, in Übereinstimmung mit Nielsen’s Studie, mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Die Anpassung ist also gar nicht so verkehrt.

  • Gretus sagt:

    Hallo,

    super Artikel. Bei den langen Tests von Google ist tatsächlich davon auszugehen, dass als Ziel einfach die Erhöhung der `gesamten´ Aufmerksamkeit angetrebt wurde. Warum nur eine Sache verbessern, wenn man auch alles besser machen kann…

    Grüße

    Gretus

  • Bingo sagt:

    Danke für den tollen Artikel! Hat Google sich damit womöglich nicht selbst ein kleines Ei ins Nest gelegt? Wie David schon richtig sagt: Bing! In einigen Wochen soll Bing ja den Beta-Status verlassen. Zeitgleich wird Microsoft (wie in UK und USA) auch mit TV-Werbung in DE anfangen. Entsprechend viele Nutzer werden aus Neugier die neue Suchmaschine anschauen und feststellen, dass die SERPs genauso gewohnt aussiehen wie bei Google. Bisher gab es hier ja einen Unterschied und bis zur Bing Finale haben sich die Leute längst an die “3-Spalten-Optik” gewöhnt. Meine These: Es könnten zum Start deutlich mehr User bei Bing hängen bleiben, da sich die Usability jetzt sehr ähnlich sind und Yahoo hat seit einigen Monaten ebenfalls die 3-Spalten-Optik (try: http://de.search.yahoo.com). Wenn bei Bing zum Start dann auch noch die Suchergebnisse stimmen, könnte es IMHO spannend werden ;-)

  • CBS sagt:

    Ich finde, die in der Tabelle ausgewiesene erhöhte Aufmerksamkeit der Adwords rechts steht noch im Widerspruch zu den Grafiken. Sowohl die Wahrnehmungsanalyse als auch die Heatmap zeigen geringere Intensitäten an. Ich frage mich auch, ob es im Sinne des Erfinders ist, dass der Suchbutton – also die Hauptfunktion von Google – an Bedeutung verliert.

  • Torsten sagt:

    Sehr ausführliche Analyse. Danke dafür

  • Florian sagt:

    Speziell die Heatmap verwundert mich. Das kann ja nicht das ziel sein, dass die Ads auf der rechten Seite weniger beachtet werden.

  • Ralle sagt:

    sehr interessant, obwohl ich persönlich diese Art nicht mag, es werden einfach wieder zu viele Informationen auf wenig Platz gebracht, sicher soll es das Ziel sein, ich finds nicht so schön aber werd damit leben müssen.

  • Interessante Überlegungen und Darstellungen.

    Ich möchte mal den Gedanken des “Überraschungseffekte” einbringen. Die von Google vorgenommenen Veränderungen werden den ein oder anderen Nutzer der Suche zunächst “überrascht” haben. Sein vertrautes “Google” hat sich verändert. Folglich wird er sich neu orientieren müssen, seine gewohnten und gelernen Blickpfade / Scannpath sind nun nicht mehr im vollen Umfang anwendbar.

    Aus meiner Sicht beachten die hier gezeigten Daten diesen Überraschungseffekt nicht ausreichend, da es sich ja, wenn ich es richtig versteh, nicht um gemessene sondern prognostizierte Daten handelt.

    Interessant wäre es also, mal wirkliches Eyetracking zu machen, mit Nutzern die zum ersten Mal das neue Design wahrnehmen, und diese Nutzer dann im Verlauf von mehrere Tagen weitere zu beobachten und deren Blickdaten beim wiederholten Kontakt mit Google zu messen. Das wäre super interessant und sollte aufzeigen, was sich tatsächlich und auf Dauer beim Blickverlauf auf den Googleseiten ändert.

    Wäre der BVDW nicht eine geeignete Institution eine solche Eyetracking Studie durchführen zu lassen?

  • Gabriel Beck sagt:

    Guten Morgen Thorsten und vielen Dank für Dein Feedback (wie auch an alle anderen auch).

    Dein Hinweis auf den Überraschungs-Effekt möchte ich bestätigen, da ich beim Betrachten der neuen Suchergebnis-Seite genau dies auch empfunden habe.

    Eine Eyetracking-Studie hierzu wäre auf jeden Fall interessant, wobei man hier tatsächlich User finden müsste, die das neue Design (inkl. der neuen Funktionalitäten) noch nicht gesehen haben. Sonst wäre der Überraschungseffekt hinfällig.

    Vielleicht seid Ihr ja schnell genug ;-)

    Viele Grüße aus Augsburg
    Gabriel

  • Heiner sagt:

    Den Überraschungs-Effekt kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen – meine erste Reaktion war: “Wieso sieht Google denn plötzlich so sch*** aus??”

    Es würde mich nicht überraschen, wenn Google durch das – meiner Ansicht nach – miese Re-Design etliche Nutzer verliert. Ich persönlich fühle mich neuerdings ganz subjektiv nicht mehr wohl bei Google.

    Aber vielleicht bin ich ja nur ein Einzelfall…

  • @David….der war super…Die erhöhte Aufmerksamkeit auf das Google-Logo kann ich mir sehr gut vorstellen: Der User möchte noch mal sicher gehen ob er nicht auf Bing gelandet ist ;-)

  • Alex sagt:

    Gute Auswertung. Mich würde jetzt noch der impact des neuen Layouts bei Universal Search interessieren. Diese hat ja bekanntlich im klassicshen Google-Layout das Aufmerksamkeits- und Klickverhalten verändert.

  • stephan sagt:

    Ich muss mich bei dem Autor bedanken. Besser kann man das nicht analysieren. Grandios geschrieben!

  • katja sagt:

    Die Darstellung hängt ja auch von den Bildschirmeinstellungen ab mit meinen Einstellungen 800*600 beispielsweise ist der Unterschied schon extrem. Der Hauptbereich ist nur unwesentlich breiter als der Anzeigenbereich. Dadurch erhöht sich die Höhe der einzelnen Suchergebnisse, so dass ich nur die ersten beiden sehe und dann scrollen muss, das war vorher anders. So das sich die Aufmerksamkeit hier viel extrmer verlagert. Mit welchen Bildschirmeinstellungen wurde denn die HeatMap aufgezeichnet?

  • Maik Bruns sagt:

    Sehr schön zusammengefasst.

    Ich gehe im Übrigen schwer davon aus, dass es von den Google Designern billigend in Kauf genommen wurde, den “Suche”-Button mit weniger Aufmerksamkeit auszustatten. Im Normalfall wird ein User eher die Eingabe mit der “Enter”-Taste bestätigen, als die Maus zunächst wieder zu greifen und mit Linksklick auf den “Suche”-Button die Suche einzuleiten. Mit “Enter” ist das Suchergebnis schon eher auf dem Bildschirm zu sehen als der Klick mit der Maus erfolgt ist.

  • Das hätt ich jetzt aber nicht gedacht das das neue Aussehen besser abschneidet, mir persönlich gefällt es nicht so. Aber super Artikel, werde mir auf jedenfall den später nochmal anschauen denn aus SEO Sicht hat sich wohl doch einiges geändert.

  • Gabriel Beck sagt:

    Hallo Frau Seefeld,

    vielen Dank für Ihr Feedback und Ihre Frage bezüglich der Auflösung:

    Die Analyse wurde mit 1.260×1.024 Bildpunkten aufgezeichnet. Laut Webhits.de verwenden die Auflösung 800×600 lediglich noch ca. 2,6% der User. Die gängigste Auflösung ist im Moment noch 1.024×768.

    Der Unterschied zwischen einer Breite von 1.024 und 1.280 macht bei der Google Ergebnis-Seite allerdings keinen großen Unterschied mehr – lediglich die Beschreibungen der organischen Treffer werden etwas zusammengestaucht.

    Uns ist durchaus bewußt, dass die Wirkung der Seite von der Auflösung abhängt, aber bei der Wahl muss man sich irgendwann entscheiden ;-)

    Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage klären?

    Viele Grüße
    Gabriel Beck

    Wir haben auch bewußt diese Höhe verwendet, da inzwischen ein Großteil der User einer Höhe von mindestents 800 pixeln verwendet.

  • SEO Bayern sagt:

    ein sehr guter Artikel, vielen dank dafür.

  • Ich muss mich bei dem Autor bedanken. Besser kann man das nicht analysieren. Grandios geschrieben!

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